Lost Place im Odenwald: Der verlassene Campingplatz „Fischhäusl“ (Kopie)

Am 22. März 2026 war einer dieser perfekten Frühlingstage – strahlender Sonnenschein, ideale Motorradwetter. Also habe ich mich aufs Bike geschwungen und bin eine schöne Runde durch den Odenwald gedreht. Mein Ziel: ein Ort, den ich schon länger auf dem Schirm hatte – der ehemalige Campingplatz „Fischhäusl“ zwischen Oberzent und Gammelsbach.

Früher ein lebendiger Platz, wo Familien und Dauercamper ihre Sommer verbrachten, wurde er Ende 2021 geschlossen. Viele Wohnwagenbesitzer sind inzwischen verstorben oder haben ihre Wagen einfach nicht mehr abgeholt. Zurückgeblieben sind die Caravans mit kompletter Inneneinrichtung – teils noch mit skurrilen Holzverschlägen und Anbauten drumherum. Ein echtes Zeitfenster in die Vergangenheit.

Der Platz liegt etwas versteckt am Waldrand. Ich habe eine ganze Weile mit Google Earth recherchieren müssen, bis ich die genaue Stelle gefunden hatte.

Vor Ort erwartet einen dann allerdings ein ernüchterndes Bild.

Leider ist von der ursprünglichen Atmosphäre nicht mehr viel übrig. Klar, dass irgendwann mal Jugendliche dort eine Party gefeiert haben – das kann ich absolut nachvollziehen. Aber was dort an sinnloser Zerstörung angerichtet wurde, geht einfach nicht in meinen Kopf. Warum muss man alles kurz und klein schlagen? Schade. Es wäre so viel spannender gewesen, die Wagen so zu sehen, wie sie zurückgelassen wurden. Dann hätte man noch richtig nachfühlen können, wie die Leute früher dort gelebt haben – mit all ihren kleinen Alltagsgegenständen und persönlichen Einrichtungen.

Trotzdem war es fotografisch ein interessanter Ausflug. Alle Aufnahmen habe ich mit meiner neuen Ricoh GR IV gemacht – und die Kamera hat mich echt begeistert. Extrem kompakt, top verarbeitet und mit einem richtig starken 26-Megapixel-APS-C-Sensor plus 28mm-Festbrennweite (Kleinbild-Äquivalent). Die Bildqualität ist hervorragend, und der Bildstabilisator ist so gut, dass ich teilweise Belichtungszeiten von über einer Sekunde aus der Hand halten konnte – und die Bilder waren trotzdem scharf!

Die meisten Innenaufnahmen habe ich bei ISO 1600 geschossen, und das Rauschen hält sich wirklich in sehr engen Grenzen, es ist praktisch kaum wahrnehmbar.

Alle Schwarz-Weiß-Bilder habe ich aus den RAW-Dateien mit Nik Silver Efex entwickelt. Bei vielen Shots habe ich Kontrast und Belichtung etwas angepasst und hier und da eine leichte Vignette hinzugefügt, um die gewünschte Stimmung zu erzeugen. In Farbe hätten die Bilder meiner Meinung nach nicht annähernd so stark gewirkt – das harte, verlassene Feeling kommt in Schwarz-Weiß einfach viel intensiver rüber.

Die Galerien habe ich für euch in drei Kategorien unterteilt:

  • Außenansichten

  • Innenansichten

  • Chaos

Viel Spaß beim Durchstöbern – und falls ihr selbst mal hinfahrt: Bitte lasst alles so, wie ihr es vorfindet. Lost Places leben von dem, was übrig ist, nicht von dem, was noch kaputt gemacht wird. Haltet euch einfach an den "Ehrenkodex" für Lost Places: alles erkunden, fotografieren, nichts verändern und und nichts außer den eigenen Fußspuren zurücklassen.

Außenansichten

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Fotowalk mit dem Asashi Takumar f3.5 28mm SMC